Fragen und Antworten zum Hülltrieb
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BMW-AM4

Dieser BMW AM4 ist eigentlich der zweite Wagen, wie schon erwähnt. Der erste Tag nach dessen Kauf endete 1970 fast mit einer Selbstverbrennung. Denn beim Probeanlassen des Motors entzündete sich der Kraftstoff, der aus dem Vergaser tropfte. Der darunterliegende Anlasser löste einen Brand aus. Später stellte sich heraus, dass er wohl nicht ganz in Ordnung war, wie viele andere Teile auch.

Nachdem ich fast ein halbes Jahr an ihm geschweißt, geschraubt, gedreht und letztlich geschliffen und lackiert habe, wurde der Traum vom Fahren im Mai 1971 endlich wahr. Gelernt habe ich auch, dass alles nicht ganz so einfach ist, wie es aussieht. Die Restaurationsarbeiten bestanden im Wesentlichen darin, alle Altteile aufzuarbeiten, komplett neue Lager in Getriebe und Fahrwerk einzubauen und den Motor mit den vorhandenen Teilen instandzusetzen.

Meine erste Tour mit dem Wagen ging von Magdeburg nach Zingst und sogar ohne Panne zurück. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass der Motor des Wagens den hohen Kraftstoffverbrauch in Lärm und Qualm umsetzte, denn an der rasanten Geschwindigkeit von max. 55 Km/h konnte es nicht liegen. Fazit: Das Getriebe war zu laut, der Wagen hielt die Spur nicht, der Motor hatte keine Leistung, die Seilzugbremsen bremsten schlecht ... Von einer Alltagstauglichkeit mit angenehmen Fahreigenschaften war er noch weit entfernt, wie ich feststellte. Das Bild zeigt mich unter dem Wagen, frei nach dem Motto: "Der Meister schraubt selbst!"

Der Wagen heute

Er ist eingestaubt und wartet auf eine Runderneuerung. An der Karosserie sind  nicht ganz so viele Instandsetzungsarbeiten notwendig, denn das meiste wurde in den 70er Jahren restauriert und ist noch gut erhalten. Das Fahrwerk bzw. Cassie wurde bis auf wenige Ausnahmen, wie z.B. die Bereifung, komplett mit einem neuen Getriebe, Tellerrad und Ritzel, Achsen, Kühler usw. instandgesetzt. Als sogennante "Sonnenscheinlimousine" ist in den 70ern das Dach umgebaut worden, was einen riesen Fahrspaß hervorrief. Besonders unter Brücken konnte man die Fehlzündungen knallen hören. Der Wagen legte bis 1990 ca. 70.000 km zurück. Mehrere Nonstop-Fahrten durch den Ostblock mit ca. 3.000 km Einzelfahrstrecken ohne Pannen waren auch dabei. Bei der jetzigen Restauration wird natürlich großen Wert auf Originalität gelegt. Dann kommen auch wieder Winker dran und auch ein Holzlenkrad. Die Bilder unten zeigen derzeit sein trauriges Elend.

Wie auf einigen Bildern zusehen ist die Bereifung nicht Original. Dieser hier fuhr zu DDR Zeiten auf 15 Zoll Felgen mit 15 x 5.5 Bereifung, dazu ist die Felge über einen Zwischenflansch an der originalen 3-Bolzenradnabe montiert. Das Originale Rad 17 x 4,5 mit Felge kann somit wieder schnell ausgewechselt werden.


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© Günther Greve 2011